Mittwoch, 3. Mai 2017

Podilya Khmelnytsky - Nyva Vinnytsia 0:0

Druha Liga
Stadion Podilya
Zuschauer: 4600 (97 Gäste)

Nach dem Wochenende waren zwei Tage fußballfrei und erst am Mittwoch stand das Spiel in Khmelnytsky auf dem Plan. Am Ersten Mai war unsere ukrainische Reisegruppe noch zusammen mit dem Besteigen vom höchsten Berg der Ukraine – Hoverla beschäftigt. Am Abend verabschiedeten ich und Kviten aus Odessa uns von den Anderen und waren dann die kommenden zwei Tage zu zweit unterwegs. Am Dienstag galt es für uns über Chernivtsi nach Kamyanets-Podilsky zu kommen, um dort zu übernachten. Das Wetter war dabei schon wie im Sommer – über 20 Grad und keine Wolke am Himmel. Neben Sehenswürdigkeiten wurden in den beiden Städten selbstverständlich auch die Stadien besucht, wobei das Stadion Bukovyna in Chernivtsi für mich schon aus dem Jahr 2014 beim Besuch mit Chernomorets Odessa bekannt war.
Mittwochmittags starteten wir dann aus Kamyanets-Podilsky in die Oblast-Stadt Khmelnytsky. Dort hatte ich bereits ein paar Tage davor ein Treffen mit der ehemaligen Führungsperson der Heimszene organisiert, sodass dieser uns mit seiner Freundin am Bahnhof mit Auto abholte und zu seiner eigenen Pizzeria brachte. Während dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt Khmelnytsky aufgrund ihrer zentralen Lage im Land erheblich zerstört, sodass dort fast gar keine älteren Gebäude vorhanden sind und es somit nichts zum wirklichen Sightseeing gibt. So spazierten wir nach dem Essen nur noch ein wenig an der neuen Flusspromenade entlang und tauschten uns ein wenig aus. Anschließend fuhren wir dann Richtung Stadion. Bereits auf dem Weg wurde ein großer Gästemob im Zentrum gesichtet. Später konnten wir diese noch am Stadion bei einem Fanmarsch beobachten. Vor dem Friedenspakt der ukrainischen Szenen ist das Spiel der Beiden, was u.a. als Podilya-Derby bezeichnet wird, ein sehr heißes Duell gewesen. Die beiden Oblaste (Regionen) der jeweiligen Hauptstädte Khmelnystsky und Vinnytsia grenzen aneinander und waren früher Teil der gemeinsamen historischen Region Podilya, wodurch die Bezeichnung für das Derby (sowie für den Vereinsnamen des heutigen Gastgebers, sein Stadion und das benachbarte Hotel) zustande kommt. Vor einem Jahr besuchte ich dieses Duell bereits im Rahmen der landesweiten Amateurmeisterschaft in Vinnytsia. Jetzt sind die beiden Teams im Profifußball gelandet, sodass auch das Interesse der Zuschauer an diesem Spiel zugenommen hat. Die offizielle Zuschauerzahl von 4600 ist für die dritthöchste ukrainische Liga eine sehr stolze Zahl. Vor allem muss man bedenken, dass das Spiel an einem Mittwoch stattfand und sich Podilya auf dem letzten Platz der Profiliga befindet. Anderseits ist der Eintritt, wie so oft in der Druha Liga, auch umsonst gewesen. Die Gäste zeigten sich mit fast 100 Mann, was in der Zeit der landesweiten Krise als eine gute Zahl angesehen werden kann. Nyva Vinnytsia ist aber auch generell nach Metalurh Zaporizhya derzeit die am meisten auswärtsfahrende Fanszene in der dritten Liga. Trotz längerer Supportpause in der zweiten Hälfte war das Gebotene insgesamt ebenfalls zufriedenstellend. Der Heimblock befindet sich dagegen nach dem Generationenwechsel noch in der Findungsphase und so war dieser leider zahlenmäßig dem Gästeblock unterlegen. Trotzdem supporteten diese mit voller Mitmachquote so gut wie es ging.Nach dem Spiel sollte es zu einem Stadtmeisterschaftsspiel gehen, welches aber wie ich schon am Stadion erfahren habe, kurzfristig auf einen anderen Tag verlegt wurde. So ging es dann mit frischgezapftem Bier, das in 5 Liter Kanistern abgefüllt wurde, aus der benachbarten Stadtbrauerei „nur“ noch nach Hause zu unseren neuen Freunden, wo die Zeit bis zum Zug um 2 Uhr nachts in netter Gesellschaft überbrückt wurde.

Text: Шаффи
Fotos: Шаффи, Kviten

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