Montag, 8. Mai 2017

FC Würzburger Kickers U23 - Würzburger FV 6:0

Bayernliga Nord
Sportgelände Sieboldshöhe - Platz 1
Zuschauer: 583 (160 Gäste)

Als ich hörte das Spiel findet unter erhöhten Sicherheitsauflagen statt, hatte ich erstmal kein Bock drauf.
Schlimm finde ich nicht mal die Beschränkung auf 800 Zuschauer, denn die Heimspielstätte der kleinen Rothosen ist nun mal diese Saison die Post auf der Sieboldshöhe.
Aber dass man Karten nur im Vorverkauf erwerben kann, zuerst 4 Tage lang nur Mitglieder und am Freitag, falls noch welche übrig bleiben, für die Normalsterblichen und man deswegen extra in die Geschäftsstelle fahren muss.

Jeder sollte die Möglichkeit haben auch kurzfristig hin zu gehen, falls das Spiel nicht ausverkauft ist.
Anscheinend lief der VVK nicht so prickelnd, so gabs sogar Montag nochmal die Chance.
Allerdings gab es diese Auflagen ja schon im Hinspiel. Damals beschränkt auf 2200 und 400 Gäste. Damals gab es aber wenigstens eine Tageskasse.
Im Vorfeld hörte man von einem Boykott der WFV-Szene. Auch wurde das Spiel der befreundeten Schnüdel in Fürth auf den Montag gelegt. Sicher ist sicher dachten sich da wohl Verband, Polizei und der Verein.
Nachdem ja die Schmier im Hinspiel gepennt hatte und einem sportlichen Mob aus FV und SW05 einen Angriff auf den Derbytreffpunkt der Roten ermöglichte.
Aber ich frage mich warum Boykott. Wie man las, wegen der kurzfristigen Terminierung und dem Hickhack um die Austragungsstätte.Gut, finde ich beides auch scheiße, aber da hat ja anscheinend auch der Verband und natürlich die Policia mitzureden. Dann waren Ihnen auch die 160 zur Verfügung stehenden Tickets zu wenig...
Letztendlich sollen sich wohl ca. 30 Leute an der Mainau zum Grillen getroffen haben, um das eingenommene Geld der Jugendarbeit zukommen zu lassen.
Ich wäre ja gerne mal bei so einer Besprechung dabei und würde wissen wer hier was fordert und will.
Trotzdem kann ich den Boykott nicht verstehen, im wichtigsten Spiel der Saison.
Denn das ist doch genau das, was Verband und die Polizei will!
Also war mit einem abseits des Rasens langweiligen Derby zu rechnen.
Dass das Derby am Montag stattfindet soll wohl auch der Wunsch der Rothosen-Fans gewesen sein, damit man beide Mannschaften unterstützen kann. Finde ich ja gut, darum kämpfen ja  z.B. auch die Bayern-Fans gegen zeitgleiche Ansetzungen. Amateurspiele müssen besuchbar bleiben.
Gut ich kenne ja aus beiden Fanlagern Leute. Bei den Kickers gehen viele Ältere öfters mal zum Nachwuchsteam. So war von Kickers-Seite auch nicht mit allzu vielen Leuten zu rechnen, da die Eventies wohl eher nicht auf die Sieboldshöhe pilgern werden und das Vorverkaufs-Prozedere auch viele abgeschreckt hat.
Als ich gegen 18.15 Uhr oben ankam, trank schon ein schwarzer Mob der jüngeren Kickers-Fans auf dem tegut-Parkplatz.
Ich hatte ja damit gerechnet, dass die Blauen die Seite gegenüber der Tribüne bekommen, aber es war ein Teil der Tribüne für sie abgesperrt. Was für ein Dreck !
So hatten sich beide Parteien nicht mal im Auge. Somit war klar das ich keine brauchbaren Fotos machen konnte. Zum Glück half mir mein Ex-Arbeitskollege und jetziger Fanbetreuer Billa aus. Danke hierfür nochmal.
Stimmungsmässig war eigentlich tote Hose. Von Blau kam nichts, bzw. konnte ich sie aus meiner Position nicht hören. Die Kickers hatten eine handvoll Fahnen und ne Trommel dabei und ab und an wurde mal was angestimmt. War am Anfang wenigstens noch etwas Gepöbel gegen die Gästespieler, ließ das dann aber im Spielverlauf nach.
Gut, ohne Gegner ist sicherlich auch keine große Motivation vorhanden.
So konnte man sich ganz aufs Spiel konzentrieren.
Hier bekam der Verein von den jungen Rothosen ebenjenige ausgezogen. Und zwar so richtig!
Die wenigen Chancen konnte der FWK-Keeper stark parieren und am Schluss, auch nach einer berechtigten roten Karte für die Gäste, ließen die jeden Kampfgeist vermissen und sich regelrecht abschlachten.
Die Leistung war sicher nicht Derbywürdig. Und das am Geburtstages Ihres Trainers Marc Reitmaier. Dessen ganze Familie eigentlich Rot ist und er auch schon für beide Vereine spielte. So war der Onkel Claus, ehemaliger Kickers-Keeper und machte später in der Bundesliga Karriere (WOB, KSC, BMG).
Für viele ältere Kickers sicherlich heute eine Genugtuung. Hatten sie damals in der Bezirksliga 2003/2004 doch damals an der Mainaustrasse gegen die zweite vom WFV verloren...
Da sieht man mal wie schnell es im Fussball doch auf und ab gehen kann !
Fazit: Die Sieboldshöhe ist nicht für ein Derby geeignet. Echte Derbystimmung kam nie auf.
Danke hierfür nochmal an Polizei, Verband und wohl auch dem austragenden Verein und natürlich auch den Boykottierenden!
So macht man ein Derby kaputt!

Text: Pressi
Fotos: Billa